Über uns
Karin & Eugen Schwarz

Unser Anfang

In der Schülertanzstunde sind wir uns das erste Mal begegnet. Siebzehn und achtzehn Jahre alt waren wir damals. Ein Jahr später haben wir uns unsterblich in einander verliebt. Uns war klar: Wir gehen gemeinsam durchs Leben, obwohl unsere beruflichen Interessen und Zwänge weit auseinanderlagen. Karin wollte Grafik studieren, sie hatte schon einen Studienplatz in Berlin. Ich sollte später den elterlichen Handwerksbetrieb in Stuttgart übernehmen.
Büroarbeit, Buchhaltung – nein das war nichts für Karin.
Trotzdem: die Liebe war stärker – Karin gab für mich ihren Wunschberuf auf, besuchte die Handelsschule und ließ sich zur Kauffrau ausbilden. 1963 war Hochzeit, bald darauf kamen unsere Töchter Andrea und Bettina zur Welt.

 

Karins Leidenschaften

Es zeigte sich, dass Karin Ihren Wunschberuf im Betrieb dennoch voll auslebte. Sie entwarf zusammen mit einer Grafikerin Briefpapier, ein neues Logo, Autobeschriftungen und es gab eine monatliche Betriebszeitung. So hat sich das Bild unseres Handwerksbetriebes verändert, wurde modern und fortschrittlich.
Dabei trat Ihre zweite Leidenschaft zutage: das Schreiben. Sie schrieb Texte, entwarf Weihnachtskarten mit Gedichten, schrieb Texte über Ethik, zum gemeinsamen Miteinander und vieles mehr.
Ihre dritte Leidenschaft, das Malen, drängte sich auch immer mehr in den Vordergrund und auch ihr soziales Engagement forderte Zeit. Sie ließ sich im Hospizdienst zur Sterbebegleiterin ausbilden. Die Betreuung war ihr eine Herzensangelegenheit.

Trotz all dieser Aufgaben, hielt sie mir im Betrieb immer den Rücken frei. So konnte ich mich für die Berufsverbände engagieren, ohne dass der Betrieb und das Privatleben darunter litten.

 

Die Autorin

2005, kurz nach Rentenbeginn, zeigte sich bei Karin der Anfang einer chronisch lymphatischen Leukämie, die bis zu ihrem Tode 2014 stetig immer mehr Lebenskraft forderte.

Viele Jahre lag ich ihr in den Ohren, doch ihre Gedichte und Schriftsätze in einem kleinen Buch festzuhalten. „Nein, das ist nur für mich, für die Familie. Jedoch nie für die Öffentlichkeit. Das interessiert niemand und geht niemanden etwas an“ war ihre Entgegnung.

Immer wieder startete ich einen neuen Versuch – vergebens. Ich gab auf, denn es gab über das Thema der Veröffentlichung immer wieder heftige Auseinandersetzungen.
Und dann, eines Tages, als sie wieder eimmal schrieb, versuchte ich es doch noch einmal. Nach langer Diskussion gab es eine Vereinbarung. Das Buch wird geschrieben und gedruckt, aber: „Es wird erst an meiner Beerdigung verteilt“, legte sie fest.

Nach dieser überraschenden Einigung gelang es uns, den bekannten Ostfilderner Grafiker Tobias Ruppert für die Gestaltung zu gewinnen. Ein Glücksgriff. Er entwickelte das Design des Buches in einer intensiven, einfühlsamen Zusammenarbeit mit uns und zeigte dabei höchste Professionalität und eine klare Vorstellung von Ästhetik.
Das erste Buch „Wo mein Himmel beginnt“ wurde gedruckt.

Dann im März 2013 lag es da, in seiner außergewöhnlichen Aufmachung und Gestaltung. Es konnte nicht liegen bleiben. Wir verschickten es an unsere Kinder und engsten Bekannten.

 

Überwältigende Leserresonanz

Es war wie ein Paukenschlag. Sofort meldeten sich die Empfänger und schrieben uns, wie sehr sie Karins Worte berühren. Der Kreis wurde größer und größer. Das Interesse, die Resonanz, der Wunsch, es wieder an jemand andern weiter zu geben, wuchs und wuchs. Mein großer Wunsch ging in Erfüllung. Ich war so dankbar und glücklich und auch Karin spürte nun, dass es die richtige Entscheidung war. Die unglaubliche Resonanz gab ihr einen großen Schub für ihr Wohlbefinden.

Doch die Krankheit schritt unaufhaltsam weiter. Immer enger wurden die Zyklen für die Chemos. Und trotzdem steigerten und befruchteten die zahlreichen Zusprüche ihre Lebenskraft und Lebensqualität. Sie blühte richtig auf.

Im Sommer 2013 brach dann alles aus ihr heraus. Sie schrieb und schrieb, jeden Tag. In kurzer Zeit waren weit über 100 Gedichte geschrieben. Es stellte sich die Frage: „Gibt es einen zweiten Band?“ – „Ja.“

Der zweite Band „Der Himmel mag warten“ wurde von Januar bis April 2014 wieder von Tobias Ruppert gestaltet. Anschließend gedruckt und verschickt.

Das Feedback war unglaublich. Noch größer als beim ersten Band. Jeden Tag kamen Briefe, Emails und Telefonate. Die Krankheit hatte Karin jahrelang von der Außenwelt isoliert und nun entstand durch ihre Gedichte nochmal eine tiefe, innere Verbindung zu sehr vielen Menschen. Es war ein echtes Geschenk, sie noch einmal so erfüllt erleben zu dürfen.

Dann stürzte Karin – Oberschenkelhalsbruch.
Ab diesem Zeitpunkt wurde sie täglich schwächer und schwächer.
Am 11. Juni 2014 verstarb Karin Schwarz im Alter von 73 Jahren.

Die Nachfrage nach Karins Büchern wuchs weiter stetig.

Ich möchte die Erinnerung an meine so großartige Frau bewahren und allen, die es wünschen, die Möglichkeit geben, ein Buch zu erwerben.

 

Ihr Eugen Schwarz

 

 

Zur Webseite des Grafikers Tobias Ruppert